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Folgen eines Schlaganfalls

Je nachdem welche Gehirnareale wie lange und in welchem Ausmaß von der Minderdurchblutung oder Hirnblutung betroffen sind, kann der Schlaganfall unterschiedlich schwere Folgen und Beeinträchtigungen für das Leben des Betroffenen haben. Es kann zu leichten bis schwerwiegenden körperlichen Behinderungen und kognitiven Einschränkungen kommen, mit denen der Betroffene nach einem Schlaganfall plötzlich leben muss.

Folgen eines Schlaganfalls

Was sind häufige Folgen eines Schlaganfalls?

  • Bewegungseinschränkung durch Halbseitenlähmung (Hemiparese)
    Die Halbseitenlähmung kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein: einseitige Lähmung des Gesichts, Armes und/oder Beines. Durch den Schlaganfall funktioniert die Weiterleitung vom betroffenen Gehirnareal über das Rückenmark und die Nervenbahnen an den Muskel nicht mehr bzw. nur teilweise. Die Beweglichkeit, Funktion und Kontrolle der oberen und/oder unteren Extremität und/oder des Rumpfes ist eingeschränkt. In der Folge besteht die Gefahr des Muskelabbaus. Zum Muskelaufbau und dem Wiedererlernen von Bewegungsabläufen kann funktionelle Elektrotherapie angewendet werden.

  • Koordinationsstörung
    Das synergetische Zusammenspiel mehrerer Muskelgruppen in einer Funktion sowie die Wiederherstellung gezielt gegensteuernder Funktionen lassen sich nur dann erzielen, wenn komplexere Bewegungsmuster geübt werden. Mit der Elektrotherapie mit Biofeedback kann das Koordinationstraining gezielt durchgeführt werden.

  • Sensibilitätsstörung
    Im betroffenen Gebiet treten neben Lähmungserscheinungen auch häufig Sensibilitätsstörungen auf. Die Elektrostimulation kann zu einer Verbesserung der Oberflächensensibilität führen.

  • Inkontinenz
    Bei Schädigung der Gehirnregionen, die Harnblase und Mastdarm kontrollieren, kann eine Harn- oder Stuhlinkontinenz entstehen. Durch ein gezieltes Beckenbodentraining, beispielsweise mit Elektrotherapie, kann die betroffene Muskulatur gestärkt werden. Neben der konventionellen Elektrotherapie ist mit der EMG-getriggerten Elektrotherapie in Verbindung mit Biofeedback eine willentliche An- und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur möglich.

  • Schmerzen
    Sensomotorische Störungen können zu Schmerzen aufgrund von Immobilität und abnormaler Haltung führen. Weiters kann eine Läsion im zentralen Nervensystem direkt neuropathischen Schmerz verursachen. Mit Elektrotherapie kann eine Schmerzlinderung durch Durchblutungsförderung oder Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung erreicht werden.

  • Schmerzhafte Schulter (Subluxation des Schultergelenkes)
    Zur Reduktion der Symptomatik eignet sich eine spezifische Elektrotherapie zum Muskelaufbau der gelenksstabilisierenden Muskulatur.

  • Spastik
    Dabei handelt es sich um eine Muskelverkrampfung, welche aus dem fehlenden Zusammenspiel von Gehirn und Rückenmark resultiert. Normale Bewegungen werden verhindert die Folge sind Schmerzen und ein erhöhter Muskeltonus. Der erhöhte Muskeltonus kann mit Hilfe von Elektrotherapie und Biofeedback abgebaut werden. Der Patient wird dabei zum aktiven Entspannen aufgefordert.

  • Kognitive Beeinträchtigungen 
    u.a. Störung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration, Antrieb, exekutiver Funktion (Planen, Handeln, Problemlösen), visuell-räumlichen Leistungen, Krankheitseinsicht, Neglect (z.B. Vernachlässigung einer Körperhälfte). Elektrotherapie und Biofeedback können auch die kognitiven Fähigkeiten verbessern.

  • Gleichgewichtsstörung
    Unabhängig vom Grad der Störung empfiehlt sich ein intensives Gleichgewichtstraining zur Verminderung der Sturzgefahr.

  • Sprachstörung (Aphasie)
    z.B. Störung bei Sprachverständnis, Wortfindung, Grammatik; Probleme beim Lesen und Schreiben bis hin zum vollständigen Sprachverlust

  • Sprechstörungen
    z.B. Beeinträchtigung der Sprechbewegungen wie Stimmgebung, Aussprache und Sprechatmung

  • Schluckstörung (Dysphagie)
    Es besteht das Risiko der Mangel- oder Fehlernährung sowie der Entstehung von Lungenentzündungen.

  • Sehstörungen
    z.B. Doppelbilder, Verschwommensehen, halbseitige Einschränkung des Gesichtsfeldes (Hemianopsie). Sofern Sehstörungen nach einer Phase der möglichen Spontanregeneration (ca. 6 Monate) weiter bestehen, ist oft nur eine Kompensationstherapie möglich.

  • Beeinträchtigung der Stimmung
    z.B. Depressionen 

    Die beschriebenen Folgen führen oft dazu, dass die Betroffenen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) eingeschränkt sind. Umso wichtiger ist es, früh mit der gezielten Behandlung, Therapie und Rehabilitation nach einem Schlaganfall zu beginnen.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.